Land unter in Herzogenrath

 

In der Nacht vom 29. auf den 30. April 2018 zog ein schweres Gewitter mit „ergiebigen Niederschlägen“ über unsere Region; innerhalb von gut einer Stunde fiel so viel Regen wie sonst im ganzen April. Dadurch führte das Flüsschen Wurm, das unser Vereinsgelände an einer Seite begrenzt, ein in dieser Höhe seit Jahrzehnten nicht mehr bekanntes Hochwasser, das unser Gelände einschließlich Vereinsheim und Geräteschuppen einen Meter hoch mit schlammigem Wasser bedeckte.

 

Auch wenn sich der Gesamtschaden heute (2.5.18) noch nicht abschließend beziffern lässt, so ist doch schon klar, dass wir uns in einer schweren existenziellen Krise befinden, da selbst die nötigsten Reparaturen und Ersatzbeschaffungen wohl das Leistungsvermögen des Vereins übersteigen.

 

Die Aufräumarbeiten haben begonnen, der Trainingsbetrieb kann hoffentlich in den nächsten Tagen, wenn auch mit Einschränkungen, wieder aufgenommen werden, Turniere sind vorerst nicht möglich, da die Elektronik der Ampelsteuerung irreparabel beschädigt zu sein scheint, sowie die Steuerung der Pumpe unserer WC Anlage.

Der BV Baesweiler stellt uns dankenswerterweise sein Gelände für die Durchführung unseres Vereinsmeisterschaft am Wochenende zur Verfügung.

Auch die Kreismeisterschaften Ende Mai könnten dort notfalls ausgetragen werden, dagegen ist für die Bezirksmeisterschaften im Juni noch alles offen.

 

Erschwerend kommt hinzu, dass durch eventuellen Wegfall dieser (und anderer) Turniere auch die entsprechenden Einnahmen durch Startgelder, die fest eingeplant waren, wegfallen, wodurch sich unsere ohnehin verzweifelte Finanzlage noch weiter verschärft.

 

Wir hoffen, dass wir doch noch einen Weg finden, wie wir unseren traditionsreichen, seit mehr als 40 Jahren bestehenden Bogensportverein retten können.

                                  


 

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Aachener Zeitung

 

Bild der Verwüstung: Bogensportler vom Hochwasser heimgesucht

Von: bea 
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Herzogenrath. Landesmeister und hohe Platzierungen bei Deutschen Meisterschaften hat der Bogensportverein Schütz von Rode hervorgebracht, aktuell sind die Mitglieder stolz auf einen Vize-Landesmeister in der Jugend. Viel ehrenamtliches Engagement steckt hinter solchen Erfolgen. In zwei Wochen stehen auf dem Gelände an der Wiesenstraße Kreismeisterschaften, in fünf Wochen sogar die Bezirksmeisterschaften mit 100 Teilnehmern an.

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Sogar die Brücke zum Vereinsheim wurde vom Wasser weggerissen: Katharina Düsterwald, Thomas Mansson und Dieter Düsterwald (l.) begutachten die Schäden auf dem Gelände. Foto: Beatrix Oprée
 

 

Doch der Starkregen hat jahrzehntelange Mühen in der Nacht zum Montag zunichte gemacht. „Was Sie hier sehen, ist für uns tatsächlich existenzbedrohend“, sagt Vorsitzende Katharina Düsterwald. Unmittelbar neben dem Vereinsgelände fließt die Wurm unter der Wiesenstraße hindurch. Ein gewaltiger Rechen an der Brücke soll verhindern, dass Treibgut mitgerissen wird und in der Innenstadt zu Stauungen führt. Genau das aber war das Dilemma für den Bogensportverein.

Die Wassermassen in der Unwetternacht waren so gewaltig, dass sie entsprechend viele Äste und Treibgut mitrissen, die sich an der Brücke Wiesenstraße verhakten. Die angrenzenden Wiesen reichten als Retentionsfläche nicht mehr aus, das Vereinsgelände samt Domizil wurde überflutet. Rund einen Meter hoch stand das Wasser in dem Holzhaus. Auch die kleine Brücke, die über einen Entwässerungsarm hinweg aufs Vereinsgelände führte, sowie einige der Schießscheiben hingen im Rechen fest. Düsterwald, ihr Mann Dieter und Vereinsmitglied Thomas Mansson haben notdürftig Balken verlegt, um überhaupt aufs Gelände gelangen zu können.

Im Clubhaus bietet sich ein Bild der Verwüstung. „Wir haben hier im Landschaftsschutzgebiet besondere Auflagen“, schildert Düsterwald. So musste das Haus aufgeständert und aus Holz errichtet werden. Was bedeutet, dass sich die Bodendämmung mit Wasser vollgesogen hat und nun herausgerissen werden muss. Inklusive der neuen, in Eigenleistung errichteten WC-Anlage. Auch die elektronische Steuerung der Toiletten hat unter Wasser gestanden.

„Ein immenser Schaden“, sagt Düsterwald. Und zählt auf, was noch alles kaputt ist: ein Aufsitz- und ein normaler Motorrasenmäher, drei Kühlschränke, ein Staubsauger, alle Schränke sind aufgequollen und nicht mehr brauchbar. Ebenso wenig wie die elektronische Ampel samt Uhr, die bei Wettbewerben vorgibt, wann geschossen werden darf. „Dazu kommt viel Kleinkram“, sagt Düsterwald.

Der Verein allein könne die entstandenen Kosten niemals stemmen, verweist sie auf die Beiträge der rund 100 Mitglieder. Angewiesen sei man auf Einnahmen durch Veranstaltungen wie eben die Meisterschaften, „um nötige Anschaffungen und Reparaturen zu finanzieren“, erklärt Düsterwald.

Die Kreismeisterschaften könnten ausweichsweise vielleicht auf dem Gelände der befreundeten Bogensportler in Baesweiler ausgetragen werden, die Bezirksmeisterschaften indes nicht: „Wir haben das einzige Gelände im ganzen Bezirk, das groß genug ist“, hofft die rührige Vorsitzende nun auf spendenfreudige Unterstützung.

 

Quelle: Aachener Zeitung

   
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